ELEXPRESS.de |

IT Magazin

Vor- und Nachteile von Newsletterdienstleistern und dem Eigenversand

18.07.2009

Vorab dieser Artikel ist ganz schön lang. Jedoch sollte jeder der Interesse am E-Mail Marketing hat, oder gar mal Newsletter anbieten möchte, sich vorher über die Vor- und Nachteile bewusst werden. Ich habe technische Hintergründe nicht ausgelassen, sodass die Vor- und Nachteile nachvollziehbarer werden – den Beitrag dafür aber entsprechend in die Länge zogen.

Nach wie vor setzen einige Unternehmen aber auch Blogger verstärkt auf Newsletter um die Kunden und Leser über Neuigkeiten und Tipps zu informieren. Leider hat der Newsletter in der vergangenen Zeit immer mehr ein negatives Image angenommen. So wurden Empfänger mit Newslettern genervt, die gar keine abonniert hatten, oder Newsletter mit Werbemails gleichgesetzt, was seitens der Absender besonders durch das Affiliate Marketing monetarisiert und angespornt wurde. Es gibt jedoch nach wie vor Newsletter die sehr empfehlenswert sind, da sie eben nicht das Image von Werbemails angenommen haben und einen Mehrwert für den Empfänger haben.

Stellt sich noch die Frage, wie diese Newsletter dann an den Empfänger gebracht werden. Hier gibt es einmal die Möglichkeit selbst Newsletter zu versenden oder aber man nutzt entsprechende Dienstleister. Was es hier für Vor- und Nachteile gibt, möchte ich im folgendem genauer darstellen.

Newsletterdienstleister


Newsletterdienstleister sind Anbieter, die es Kunden ermöglichen E-Mails, Empfänger und Statistiken (meistens) in einer Webapplikation zu versenden, verwalten und einzusehen. Hierfür wird dann entweder ein Monatspreis verlangt oder ein bestimmter Betrag pro Mail. Vorteile dieser Anbieter liegen darin, dass sie meist Kooperationen mit Mailprovidern haben (web.de / gmx.net…). Darin einigt man sich zumeist darauf, dass der Absenderhost, also derjenige Server von dem die Mails versendet werden, bei den Mailprovidern auf eine Greenlist kommen und somit niemals anfänglich als Spam deklariert werden. Im Gegenzug müssen sich die Dienstleister an strengen Richtlinien halten. Zum Beispiel, dass wenn ein Empfänger den Newsletter als Spam markiert, dieser bei dem Absender automatisch aus der Empfängerliste entfernt wird. Ebenso wird in diesen Richtlinien festgehalten, dass nur Empfänger Newsletter bekommen dürfen, welche nach deutschem Recht empfangen wurden. Also via Double-Opt-In und klarer Annahme zum Newsletter.

Zum deutschem Recht speziell beim E-Mail Marketing gibt es noch ein gutes Video:

Link: WebmH #9 Thomas Schwenke

Weitere Vorteile sind natürlich die Zeitersparnis. Man muss sich nicht selbst ein Newsletterscript schreiben, noch muss man bereits im Web existierende Scripte installieren und konfigurieren. Hingegen bekommt man eine übersichtliche Oberfläche mit vielen statistischen Werten zur Interessenanalyse und weiteren Features.

Als Nachteil bleibt dann natürlich der Preis.

Eigenversand

Ich denke ein Großteil der Newsletteranbieter setzen heutzutage noch auf den Eigenversand. Vielleicht auch einfach daher, weil Sie  im Unwissen darüber sind, welche Nachteile dies mit sich bringt. Aber dazu im folgendem mehr.

Vorteile des Eigenversandes liegen vor allem erst einmal darin, dass man keine Dienstleisterkosten hat. Die Liste der Vorteile ist für mich jedoch nicht sehr lang. Eventuell wiegt man sich noch in der Sicherheit seine wertvollen Empfängerdaten nicht einem Dienstleister zu übergeben und dass man es selbst in der Hand hat, sein Newslettersystem auszubauen und anzupassen. Eventuell habt ihr ja noch Vorteile? Kommen wir nun also zu den Nachteilen, wobei man hier sagen muss, dass diese vor einigen Jahren bestimmt noch deutlich geringer waren.

Der Spamanteil im Mailverkehrt steigt stetig. Ein guter Mailprovider zeichnet sich dadurch aus, indem er einen Großteil des Spams von Anfang an ausfiltert. Um dies zu erreichen ist natürlich eine Einschätzung nötig, was ist Spam und was ist keiner. Um dies zu beantworten setzen viele Mailprovider auf bestimmte Techniken. Wenn in der Empfängerliste mehre E-Mails gar nicht mehr existieren, wird entsprechend eine Benachrichtigung darüber versendet. Kommen mehre dieser Benachrichtigungen zusammen, wertet der Mailprovider den Absenderhost als Spam. Ebenso kann dies geschehen, wenn weitere technische Geschehnisse eintreten. Aber auch menschlich beeinflusste Gründe gibt es, dass der Host auf die Blacklist landet. Wenn mehre Empfänger die Mails als Spam markieren, kann es ebenfalls zu dieser Hostblockierung kommen. Folglich würden also keinerlei Newsletter mehr die Kunden erreichen, obwohl eventuell Kunden den Newsletter gerne lesen wollten. Zusätzlich kann es passieren und dies ist im Geschäftsverkehr besonders unerwünscht, dass Supportanfragen oder ähnliches von Kunden kommen, jedoch die Antwort sie niemals erreicht. Einfach darum, weil der Host von dem die Mail verschickt wird auf eine Blacklist sitzt. Zwar kann man die Mail oftmals noch durch einen Blick in den Spamordner lesen. Doch wer schaut heutzutage noch in seinen Spamordner nach, wenn dort hunderte Mails liegen, welche wirklich Spam sind.

Bei den Dienstleistern tritt dieser Nachteil nicht ein, wenn diese entsprechende (Greenlist-)Kooperationen mit den Mailprovidern haben. (Was fast immer der Fall ist.)

Um nun jedoch eine Mail zu versenden braucht es ein Newsletter Script, eine Newsletter Software oder ein selbst programmiertes Newslettersystem. Oftmals sind jedoch kostenlose Newsletterscripte sehr stark auf die Empfängervewaltung und dem Newsletterversand begrenzt und bieten somit kaum bis gar keine Möglichkeiten statistische Auswertungen einzusehen. Standardmäßig sollte man bei einem Newsletterversand einsehen können, wie viele Empfänger den Newsletter geöffnet haben und wie oft auf einem bestimmten Link geklickt wurde. Die selbständige Umsetzung dieses Dienstes braucht Zeit und KnowHow. Beim Kauf eines gescheiten Newsletter Scripts muss zusätzlich wieder um die 400€ bezahlt werden, sodass man sich entweder mit kostenlosen, aber dafür nicht so guten Newsletterscripten abgibt, oder selbst ein ausgereiftes System entwickelt.

Fazit:

In der heutigen Zeit lohnt es sich auf Grund der erhärteten Spamvorbeugemaßnahmen nicht mehr, selbst Newsletter zu versenden. Die Gefahr dadurch unzufriedene Leser oder Kunden zu ernten, weil der Host auf die Blacklist gelandet ist spricht für sich. Dies mag vor einigen Jahren noch anders ausgesehen haben, doch vor einigen Jahren ist nicht heute.

2 Kommentare »

S Wagner

Hello,

ich habe ein liste mit 20.000000 Email Adressen gekauft, der verkäufer versicherte dass alle adressen mit Opt-In generiert wurden. Die Adressen habe ich dann per PayPal bezahlt und dann gleich Runtergeladet, mit dennen auch die PDF’s in denn zbs. so was wie das hier stand:

“Sie erwerben mit diesen Daten eine Einzelplatzlizenz.
Sie dürfen die Adressen zeitlich sowie räumlich jederzeit selber
nutzen.
Sie dürfen die Adressen nicht weitergeben, vervielfältigen,
verkaufen, vermieten, weder entgeltlich noch unentgeltlich.
Zuwiderhandlung wird strafrechtlich verfolgt.”

und das

“Quellen-Nachweis:
Allfällige Anfragen bezüglich der
Gewinnung und Generierung der
gelieferten Adressen erbitten wir
ausschliesslich an den verantwortlichen
Lieferanten der Adressdaten

****** AG
****** strasse
CH-**** *******
*********@web.de

Genügt es damit ich Newsletter versenden kann oder wurde ich verascht und die adressen wurden garnicht mit Opt-In generiert?
Welche dokumente kann ich meinem hoster vorlegen damit ich keine anzeige oder sperrung meiner domain bekomme?

Bin neu was E-Mail Marketing angeht, deswegen entschuldigung wenn ich dumme fragen stelle.

MFG

Dominik

Hallo, ich bin kein Rechtsanwalt und kann dir dazu keine rechtlich sicheren Aussagen liefern. In letzter Zeit hat sich hier viel geändert, daher solltest du dich von einem Rechtsanwalt diesbezüglich beraten lassen.

Sry für die späte Antwort – hab deinen Kommentar damals wohl ausversehen übersehen.