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Gastartikel: Erobert den internationalen Markt

Wie ihr eine international erfolgreiche Website gestaltet

Die Investition in eine Spitzenwebsite ist für jedes Unternehmen des 21. Jahrhunderts eine absolute Notwendigkeit. Und wenn ihr die Kosten und Mühen für die Gestaltung einer wirklich topaktuellen Website auf euch nehmen wollt, lohnt es sich, euer internationales Publikum in eure Pläne einzubeziehen. Warum solltet ihr eine Website ins Internet stellen, die ausschließlich denjenigen zugänglich ist, die nur Deutsch oder Englisch sprechen, und deren Navigierbarkeit nur für diejenigen aus dem westlichen Kulturkreis angenehm ist, wenn diese Kunden nur einen Bruchteil eures potenziellen Marktes ausmachen?

Da Englisch die weltweit am weitesten verbreitete Zweitsprache ist, mögen es viele deutsche Unternehmen im Hinblick auf ihre „internationale“ Präsenz für ausreichend halten, ihre Website auch in englischer Sprache anzubieten.

Bedenkt man aber, dass derzeit über alle kulturellen und sprachlichen Demographien verteilt fast 2 Milliarden Menschen auf der Welt online sind und lediglich 25% der Weltbevölkerung Englisch spricht, dann weist dies auf eine Vielzahl mehrsprachiger Online-Märkte hin, die für Möglichkeiten reif sind, die den ausschließlich englischsprachigen Bereich mühelos in den Schatten stellen.

Wie könnt ihr aber nun diesen vielseitigen Markt erschließen? Es gibt ein paar simple Methoden, die während der Gestaltungsphase eurer Website und bei Online-Marketingkampagnen eingesetzt werden können: Sie können dazu beitragen, euren internationalen Online-Erfolg in jedem Land der Welt zu sichern. Lest weiter, um mehr über das notwendige Know-how in zwei Schritten zu erfahren.

Lokalisierung

Euer erster Schritt zu internationalem Online-Erfolg ist die Lokalisierung eurer Online-Präsenz. Falls ihr Internetbenutzer in China erreichen wollt, macht eine URL wie www.mycompany.com oder www.mycompany.de ebensowenig Sinn wie Inhalte in deutscher und englischer Sprache oder eine westliche Design-Ästhetik.

Ihr müsst eure Website für jeden einzelnen Zielmarkt lokalisieren, und das beginnt mit individuellen Top-Level-Domains (TLD) für jedes Land. Wenn ihr individuelle TLDs für jedes Land habt, bedeutet das, dass ihr in den inländischen Suchmaschinen-Rankings an höherer Stelle steht, da die Suchmaschinenalgorithmen diese Informationen beim Ermitteln der Rankings eurer Website verwenden. Fantastische Rankings auf www.yahoo.com zu haben, nützt allerdings gar nichts, wenn ihr vorhabt, etwas an japanische Kunden zu verkaufen, die auf www.yahoo.co.jp suchen.

Das ist aber nicht der einzige gute Grund dafür, TLDs für jedes Land zu haben – individuelle Domains geben euch die Möglichkeit, nicht nur die Sprache, sondern auch sowohl den Ton und Stil eurer Inhalte als auch das Design und die Navigierbarkei auf jeden Markt zuzuschneiden. Jede Gesellschaft weist unterschiedliche kulturelle Merkmale und gesellschaftliche Erwartungen auf, und genau dies trifft auch auf die Welt im Internet zu. Bei der Entscheidung darüber, ob euer Unternehmen seriös und vertrauenswürdig ist, achten eure potenziellen Kunden in China und Brasilien auf ganz unterschiedliche Dinge. Den Inhalt und das Design eurer Website ihren Erwartungen anzupassen – so weit, dass sie euch als einheimische Organisation betrachten – stärkt ihr Vertrauen in eure Marke gewaltig.

Alles, was notwendig ist, um jede lokalisierte Website auf ihr Zielpublikum zuzuschneiden, sind ein bisschen unkomplizierte Recherche auf den Websites der Mitbewerber am Markt eurer Zielländer, Marktforschung im Inland und mit Feingefühl geschriebene und übersetzte Inhalte.
Auch in technischer Hinsicht gibt es ein paar simple Tricks, die euren Design-Wechsel zwischen lokalisierten Websites vereinfachen.

Ihr solltet eure regionalen Websites an den regionalen Geschmack anpassen – für eure singapurische Website zum Beispiel eine andere Farbzusammenstellung und mehr Bilder als für eure schwedische – und dennoch dafür sorgen, dass in Bezug auf Design und Markenpolitik ein kontinuierlicher Zusammenhang gewahrt bleibt. In diesem Fall empfiehlt es sich, lieber CSS als HTML zu verwenden. Neben weiteren Vorteilen, wie beispielsweise der kleineren Dateigrößen, hält CSS eure Inhalte getrennt vom Design und erlaubt euch dadurch, die gleiche Grundstruktur für das Design beizubehalten, aber problemlos die Inhalte der einzelnen Seiten auszutauschen, ohne dass ihr alles von Grund auf neu gestalten müsstet.

In diesem Zusammenhang kommt es auch darauf an, Unicode UTF-8 zur Zeichenkodierung zu verwenden, da es die Zeichen von mehr als 90 verschiedenen Schriften (geschriebene Sprachen) abdeckt und es immer eine gute Idee ist, eure Flash-Inhalte zu minimieren, nicht nur deshalb, weil sie die Zugänglichkeit eurer Website für User ohne superschnelle Internetverbindungen verlangsamen, sondern auch, weil Suchmaschinen Keywords, die in Flash dynamisch eingebettet sind, nicht erfassen. Jegliche Mühe, die ihr in die Suchmaschinenoptimierung eurer Flash-Inhalte steckt, ist daher reine Zeitverschwendung.

Gezieltes Marketing

Ihr habt also nun eure Websites allesamt auf ihren potenziellen Kundenkreis ausgerichtet – nun müsst ihr nur noch dafür sorgen, dass diese Kunden auch auf eure Seiten gehen. Hier kommen lokalisierte SEO und Online-Marketing ins Spiel. Welche wichtigen Suchbegriffe verwenden Internetbenutzer, wenn sie nach den Produkten suchen, die ihr anbietet? Eine einfache Suche nach Keywords in den beliebten Suchmaschinen eures Zielmarkts (zum Beispiel Google Keywords) bringt dies ans Licht, da ihr dort die Häufigkeit ablesen könnt, mit der alle Suchbegriffe und ihre Varianten eingegeben werden. Ihr müsst jedoch für euren Zielmarkt den Keyword-Finder im Inland benutzen.

Etwas Recherchieren der gängigen regionalen Suchbegriffe kann euch langfristig eine Menge Kopfschmerzen (und entgangene Einnahmen) ersparen. Wenn beispielsweise ein amerikanisches Unternehmen auf dem australischen Markt Kleintransporter verkaufen möchte, sollte es wissen, dass ein solches Nutzfahrzeug dort „ute“ genannt wird – nur Kunden, die Waren über lange Entfernungen mit einem Sattelschlepper befördern wollen, suchen online nach einem „truck“. Wenn es schon solche sprachlichen Unterschiede innerhalb ein und derselben Sprache gibt, stellt euch nur das Fehlerpotenzial vor, wenn ihr eure Keywords für SEO und Pay-per-Click-Werbekampagnen in mehreren Fremdsprachen bestimmt.

Wenn ihr einen professionellen Übersetzer mit Erfahrung im Bereich SEO, dessen Muttersprache die Landessprache ist, damit beauftragt, eure Keywords zu prüfen und zu übersetzen, wird das nicht nur eure Rankings in die Höhe schnellen lassen, sondern euch überdies vor einem möglicherweise peinlichen Sprach-Fauxpas bewahren und euch dabei helfen, den nächsten entscheidenden Schritt Richtung international erfolgreicher Website zu gehen.

Über den Autor

Christian Arno ist der Gründer des internationalen Übersetzungsunternehmens Lingo24, den Spezialisten für Website-Lokalisierung.  Lingo24 beschäftigt 120 Vollzeitmitarbeiter auf drei Kontinenten und ist für Kunden in über 60 Ländern tätig. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2009 einen Umsatz von 4 Millionen Euro.

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