Tom-Skype Variante speichert persönliche Daten auch von deutschen Nutzern
Datum 04.10.2008 | Kategorien Sicherheit, SoftwareDie chinesische Variante des Internet-Kurzmitteilungsdienstes Skype überwacht und blockt Nachrichten mit vermeintlich heiklen politischen Inhalten. Auch Skype-Nutzer aus anderen Ländern fielen der Kontrolle zum Opfer, wenn sie mit einem der rund 70 Millionen Nutzern der Tom-Skype genannten Variante in China kommunizierten.
Der beliebte Textdienst lade Botschaften zusammen mit Informationen über die Nutzer auf ungesicherte Server, die von außen zugänglich seien und sogar die Codes zur Entschlüsselung der Daten enthielten, was nach Berichten von Skype ein hohes Sicherheitsrisiko in der Privatsphäre und Kommunikationssicherheit der Nutzer darstellt.
Die Fachleute beschreiben ein weitreichendes Überwachungsnetz bei dem Tom-Skype genannten Gemeinschaftsunternehmen, das die Skype-Mutter Ebay im Jahr 2005 mit Tom Online (Hongkong) in China gegründet hatte. Viele chinesische Skypenutzer hatten bisher gedacht durch die Skypeverschlüsselung von der Überwachung durch den Staat befreit zu sein, jedoch irrten sie sich da und Computerexperten erwiederten, dass man sich bei einer so populären Software in dem Punkt nicht sicher sein durfte.
Die Experten fanden heraus, dass Textbotschaften regelmäßig auf Wörter wie etwa “Kommunistische Partei”, den Namen der in China verbotenen Kultbewegung “Falun Gong”, “Demokratie” oder “Taiwans Unabhängigkeit” durchsucht werden. Die Überwachung scheine zusätzlich auch nach anderen Kriterien wie möglicherweise Benutzernamen zu erfolgen. Tom-Skype speichere die gefundenen Mitteilungen mit persönlichen Daten, Benutzernamen, IP-Adressen oder Telefonnummern auf mindestens acht Servern. Telefonate seien von der Überwachung jedoch nicht betroffen gewesen.
Die Sicherheitsrisiken der Server seien Mittlerweile laut Tom-Skype behoben worden und in einer Stellungnahme war zu lesen, dass man sich nur an die Regeln des Gesetzgebung von China halte.





